Mit Bezug auf die Zentrumsentlastung ZEL im Raum Brugg Windisch sind in den letzten Tagen zwei wichtige Entscheide gefallen:

Brugg und Windisch wollen keinen direkten Anschluss des Planungsgebietes «Stadtraum Bahnhof» an die Zentrumsentlastung. Diesen Entscheid begrüssen wir sehr, da er eine autoarme Entwicklung dieses Gebietes ermöglicht und die angrenzenden Quartiere vor quartierfremden Verkehr schützt.

Zum anderen hat der Kanton gemäss seiner Medienmitteilung vom 28. Januar 2026 entschieden, dass er eine Verlängerung des ZEL-Tunnels unter dem Bahndamm hindurch zum Autobahnzubringer Hausen ablehnt. Dieser Entscheid ist für uns nicht nachvollziehbar. Denn er bedeutet, dass die ZEL mittels einer steilen Rampe und einer anschliessenden Brücke über die Fahrleitungen der Bahnlinie hinweg auf die Südwestumfahrung geführt werden soll. Diese Linienführung ist umso unverständlicher, als mit dem Verzicht auf einen Anschluss für den Stadtraum Bahnhof keine sachliche Grundlage mehr für eine oberirdische Variante der ZEL auf der nördlichen Seite des Bahndamms besteht.

In der jetzt geplanten Form als Rampe und Brücke über den Bahndamm beeinträchtigt die ZEL die natürliche und soziale Umgebung massiv. Sie legt einen Lärmteppich sowohl über weite Teile des neuzubauenden «Stadtraum Bahnhof» als auch über das angrenzende Reutenenquartier. Sie führt nur wenige Meter lärmend an der Heilpädagogischen Schule Windisch vorbei. Die Immissionen durch Feinstaub und Radabrieb vermindern die Lebensqualität in den angrenzenden Wohnquartieren. Der Habsburgwald als Naherholungsgebiet für den neuen Stadtraum Bahnhof und die Quartiere Reutenen und Klosterzelg wird noch weiter entwertet.

OASAR rechnet mit einem täglichen Verkehrsaufkommen auf der ZEL von bis zu 30’000 Fahrten (zum Vergleich: Gotthardautobahn aktuell 19’000 Fahrten). Denn als Folge der neuesten Entwicklung des Gesamtverkehrskonzepts für den Raum Baden mit vielen verkehrsberuhigenden Massnahmen wird zukünftig der Verkehr vom unteren Aaretal stärker über Brugg/Windisch als über Untersiggenthal/Baden in Richtung A1 fliessen. Das bedeutet auch, dass ein wesentlicher Teil dieses Verkehrs Lastwagenfahrten sein werden.

Der Kanton begründet den Verzicht auf die Unterquerung des Bahndamms vor allem mit zusätzlichen Kosten von 156 Mio. Franken. Dies entspricht rund 10% der im Rahmen der Gesamtverkehrskonzepte Brugg und Baden vorgesehenen Strassenbaukosten. Angesichts der absehbaren Verlagerung des Verkehrs aus dem Raum Baden in den Raum Brugg und unter Einbezug der Immissionen, welche von der jetzt geplanten Linienführung ausgehen, sind diese Mehrkosten mehr als gerechtfertigt.

OASAR verlangt vom Kanton, dass entgegen dem jetzt kommunizierten Entscheid eine Verlängerung des ZEL-Tunnels in Richtung Anschluss Hausen trotzdem weiterverfolgt wird.

 

In der gleichen Medienmitteilung äussert sich der Kanton auch zum Fortgang der Planung des Velotunnels zwischen Windisch und Brugg unter dem Bahnhof hindurch. Wir begrüssen sehr, dass diese Planung 2026 angegangen werden soll. Wir vermissen aber eine klare Aussage und ein klares Bekenntnis zur Dringlichkeit der Realisierung dieser Veloverbindung. Wir sind der Ansicht, dass diese Verbindung zwar unter Berücksichtigung der gesamten Planung «Stadtraum Bahnhof», aber mit hoher Priorität gebaut werden muss.

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